Früh- und hochmittelalterliche Gewichtsgeldwirtschaft zwischen Elbe und Weichsel
„Früh- und hochmittelalterliche Gewichtsgeldwirtschaft zwischen Elbe und Weichsel – die Bedeutung des Silbers für Wirtschaft und Handel bei den nördlichen Westslawen“
Zu diesem Thema spricht am 4. März 2026, um 19.30 Uhr, Dr. Andreas Kieseler (Breslau/Kiel) im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden über die Silberschätze aus der Slawenzeit. Als universelles Zahlungsmittel war Silber in großen Mengen im Umlauf. Woher kam dieses Silber, wofür bildete es den Gegenwert und warum wurden auch wertvolle Schmuckstücke gnadenlos zerhackt?
In der Zeit von 800 bis etwa 1100 wurden in den Gebieten zwischen Elbe und Weichsel, im Siedlungsraum der nördlichen Westslawen, hunderte von Silberschätzen vergraben, die sich vor allem aus eingehandelten Münzen zusammensetzten, im 10. Und 11. Jahrhundert aber auch teils große Anteile an hochwertigen Filigranschmuckstücken aufwiesen. Die in vielen Fällen fragmentierten Münzen und Silberschmucksachen waren Teil eines den gesamten Ostseeraum umspannenden Handelssystems, das großteils auf dem Silbergewicht basierte und die Slawen zwischen Ostseeküste und den Mittelgebirgen mit fernen orientalischen Ländern und dem Deutschen Reich verband. Im Vortrag werden die Schätze sowie die Mechanismen und die kulturgeschichtlichen Hintergründe dieses Handels- und Wirtschaftssystems beleuchtet.
Interessenten sind wieder sehr herzlich eingeladen!
Bildtext: Delikatesse der Slawenzeit: Gemischtes Hack (-silber)
Foto (Ausschnitt): Dr. Andreas Kieseler
Der Vortrag findet im Ausstellungsgebäude des Archäologischen Freilichtmuseums in Groß Raden statt. Der Eintritt beträgt 7 € (ermäßigt 4 €).